Intelligent gerüstet gegen Kupferdiebe

50,2 07/2018

Die e-netz Südhessen setzt auf Videosicherheit mit Multi-Site-Management, um Einbrüchen und Diebstahl entgegenzuwirken.

Der kommunale Verteilernetzbetreiber e-netz Südhessen, ein Tochterunternehmen der ENTEGA AG, versorgt seit über 100 Jahren rund eine Millionen Menschen in der Region zwischen Rhein, Main und Neckar. Die Umspannanlagen des Unternehmens sind in der Region weit verteilt und noch dazu oft sehr abgelegen – einladende Bedingungen für Einbrüche. In der Vergangenheit hatten es Langfinger mehrmals insbesondere auf die Kupferleitungen abgesehen. Ein solcher Diebstahl ist nicht nur für die Versorgung problematisch. Wird eine solche Kupferleitung unterbrochen besteht Lebensgefahr – sowohl für den Dieb, als auch für Wartungstechniker, die sich der Anlage nähern.

„Wir sind in der Pflicht! Wir müssen unser Gelände und unsere Anlagen, aber vor allem unsere Mitarbeiter schützen“, äußert sich Reiner Diehl, zuständig für den Netzbetrieb bei der e-netz Südhessen. Um den Personen und Geländeschutz zu gewährleisten, ließ der Netzbetreiber bereits 2014 verschiedene Pilotanlagen zur Überwachung installieren. „Die Anlage von Securiton, die für ein halbes Jahr in Dieburg eingesetzt wurde, überzeugte von Anfang an“, berichtet Diehl. „So kam es 2015 zu weiteren Gesprächen und schließlich zur Beauftragung.“ Um für die e-netz Südhessen eine gute Lösung, sowohl unter technisches als auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten, zu ermitteln, besuchte Securiton jede einzelne Anlage, dokumentierte und projektierte diese und erarbeitete konkrete Vorschläge für die Überwachungslösung.

Alle Standorte zentral überwacht
Im Ergebnis wurden 100 Kameras mit Analysefunktion an 27 verschiedenen Standorten installiert und alle Komponenten im Multi-Site-Managementsystem in der Querverbundleitstelle der e-netz Südhessen Darmstadt zentral zusammengeführt. An jedem der ausgestatteten Standorte wurden in der Regel drei Wärmebildkameras – auch Thermalkameras genannt – angebracht, welche speziell auf die Bedürfnisse einer Videobildanalyse ausgelegt sind. Jedes Gerät läuft mit der intelligenten und für den Einsatz mit Wärmebildkameras konzipierten Videobildanalyse IPS Outdoor Detection. Detektiert das IP-basierte Managementsystem unerwünschte Eindringlinge, erfolgt eine sofortige Alarmmeldung nach Darmstadt in die Querverbundleitstelle. Durch den Einsatz des dort installierten Multi-Site-Managements hat das Personal jederzeit Zugriff auf jede einzelne Kamera und kann damit sehr einfach alle 27 Standorte an einem einzigen Arbeitsplatz verwalten. Die automatische Darstellung von Alarmen im bestehenden Netzleitsystem und ein zusätzliches akustisches Signal sorgen dafür, dass der Bedienaufwand für das Leitstellenpersonal überschaubar bleibt. Zusätzlich wurden die Schaltmeister ausführlich im System geschult, um im Ernstfall adäquat reagieren zu können.

Damit ein kontinuierlicher Schutz gewährleistet ist, verfügt das System über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und kann sich im Ernstfall sogar selbstständig wieder starten. „Das System entspricht voll unseren Erwartungen.“, sagt Diehl. Mit weniger als einem Täuschungsalarm pro Kamera pro Tag erzielt das gesamte System einen Top-Wert. Securiton bietet von der Planung bis zur Ausführung alles aus einer Hand und die Techniker sind dank 24-Stunden-Service jederzeit ansprechbar.

Datensparsam und datenschutzkonform
Ein großes Thema bei Netzbetreibern ist aber nicht nur der personelle Aufwand, sondern auch der Datenverkehr. Dieser ist im laufenden Betrieb nach Informationen von Securiton zwischen den Standorten und der Zentrale minimal. Größere Datenmengen entstehen nur bei einem Alarm oder manuellen Zugriffen.

Auch die strengen Vorgaben zum Schutz personenbezogener Daten nach der Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) hat Securiton in seiner Lösung berücksichtigt: Im Fall der e-netz Südhessen befinden sich die Kameras innerhalb des eingezäunten Grundstücks und filmen ausschließlich das eigene Gelände. Vorfälle mit einem Alarm müssen zudem manuell zur Beweissicherung gespeichert werden – eine datenschutzrechtlich problematische Laufbandspeicherung wird vermieden. Zudem lassen die verwendeten Wärmebildkameras eine Personenidentifikation nicht zu – und sind zeitgleich weniger anfällig für äußere Umwelteinflüsse wie Dunkelheit, Regen oder Nebel. Diehl sagt dazu: „Ich finde Thermalkameras für den Außenbereich am geeignetsten. Ich möchte sehen, was vor Ort passiert und muss niemanden unbedingt identifizieren. Letztlich muss ich ohnehin intervenieren und Einsatzkräfte anfordern.“

Schutz und Abschreckung
Vor der Einführung des Videosicherheitssystems wurden Sicherheitsdienste für die regelmäßige Kontrolle der Anlagen eingesetzt, welche allerdings nicht befugt waren, das Gelände zu betreten, da im Umfeld von elektrotechnischen Anlagen eine spezielle Unterweisung notwendig ist – eine lückenlose Überwachung war somit unmöglich. „Das Videosicherheitssystem war die beste und zuverlässigste Möglichkeit, um eine vernünftige Täuschungsalarmrate bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit zu realisieren. Andere Lösungen hätten zudem das Umfeld nicht überwacht“, führt Reiner Diehl aus. Zudem habe es seit der Installation der Anlage keine Vorkommnisse mehr gegeben, so der Verantwortliche für den Netzbetrieb der e-netz Südhessen. „Das neue Videosystem scheint auch abzuschrecken.“

Um auch für die Zukunft gerüstet zu sein, schloss der Netzbetreiber zuletzt einen längerfristigen Wartungsvertrag mit Software-Maintenance ab. Absehbar ist ebenso eine Erweiterung des Systems 2018 für zwei weitere Standorte.

Kupferdiebstahl ist lebensgefährlich

Kupferdiebe haben es auf die Erdungskabel und Erdungsschienen abgesehen.
Ohne diese Erdung besteht höchste Lebensgefahr.

Videomanagement mit IPS VideoManager

Das Multi-Site-Management-System wird über einen Einzelarbeitsplatz zentral verwaltet.

Automatische Ereigniserkennung

Die neu installierten Kameramasten sind die Basis für eine zuverlässige Videobildanalyse.

Sicherheitsrelevante Bauteile

Das begehrte Kupfer dient als Erdung.

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